Online-Reputations-Make-Up

Wie hältst Du es mit Deinem Online-Lebenslauf oder besser: Deiner google-cv? Dein goole-Lebenslauf wird das genannt, was auf den ersten drei Trefferseiten bei einer Suchanfrage bei g$$gle erscheint, tolles Ding.

„Dann muss ich mir ja selbst keine Gedanken mehr machen bei der nächsten Bewerbung!“ schreit der Narr…
Das Publikum lacht spöttisch, Abgang des Narren.
Ein geleckter Businesstyp alá von Guttenbärg und zwei bis drei Doppelgänger betreten schmierig grinsend die Bühne.
Nr. 1: „Jeder ist eine Marke: Ihre Firma, Sie oder Ihre Kinder!“
Nr. 2: „Du bist die Marke! Dein Profil, dein Design, deine Inhalte!“
Nr. 3:„Von einem negativen, falschen oder gar keinem Online-Image ist fast jeder betroffen!“

Genau! Und außerdem wird fast jede Sekunde irgendwo auf der Welt eine neue Website angelegt und… ich habe KEINE KONTROLLE!!! Um uns als Marke gut zu fühlen, wird uns nahe gelegt, unser Online-Image ernst zu nehmen. Ich habe grundsätzlich zwei Arten dieses ID-Managements als Dienstleistungsangebote gefunden: Es gibt eine aktive ID-Gestaltung inkl. Webauftritt und g$$gle-Optimierung der „richtigen“ Seiten und es gibt Angebote, die Imageschäden verhindern… wollen.
Die Ausrufe von Nr. 1 bis Nr. 3 (siehe http://www.ruflotse.de/, http://www.myimagecontrol.com/ und http://www.reputationdefender.com/) demonstrieren, wie für eine aktive ID-Gestaltung geworben wird. Interessant daran finde ich vor allem den total natürlichen Umgang mit sich selbst als online-Produkt, das sich selbst kreiert. Und es wird auch als total „natürlich“ dargestellt, dass die ganze Welt so denkt.
Vorausgesetzt wird immer auch der Anspruch, mit dem angebotenen Service nur gutes zu tun, es geht um die Rückeroberung der Informationshoheit, um Selbstbestimmung usw. Besonders spannend in diesem Kontext finde ich das Produkt MyChild von reputationdefender, die so werben:

„Zu wissen, was online ist, gehört im 21. Jahrhundert zur Rolle der Eltern, denn:

  • 54% der Zulassungsstellen an Hochschulen nutzen Suchmaschinen, um Nachforschungen über Kandidaten anzustellen
  • 64% der Teenager sagen, dass die meisten ihrer Altersgenossen online Dinge tun, von denen sie nicht wollen, dass ihre Eltern sie wissen.

Fühlen Sie sich nicht länger machtlos. MyChild ist die Lösung!“

Sehr schön finde ich den Hinweis, dass Kinder gerne online sind und nicht wollen, dass die Eltern ihnen dabei nachspionieren. Diese kleinen Kriminellen, die wollen sich doch um jeden Preis der Erziehung ihrer Eltern hin zu einer einmaligen Marke entziehen! Ich finde das eine beruhigende Nachricht, dass unsere Kleinen ein Gefühl für ihre Privatsphäre haben.
Und wenn die Agenturen mir ein schlechtes Image bescheinigen? Dann machen sie etwas, was kein einzelner Mensch selbst leisten kann: Sie schreiben einen Brief an die Websitebetreiber und bitten diese, den betreffenden Eintrag zu löschen. Don Corleones Konzept mit den nicht ablehnbaren Angeboten hat meiner Meinung nach mehr nachhaltige Wirkung…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s